Gedichte
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20 Okt 2026 16:25 #62145
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Alter
© Ute Kirchhof
Dass es so schwer wird, wusst' ich nicht,
von jetzt auf gleich im andren Leben.
Jetzt weiß ich, was es heißt "Verzicht",
Vieles gilt es aufzugeben.
Gestern ging es doch noch leicht,
schmerzfrei bücken oder gehen...
und ob die Tablette reicht,
werd' ich erst am Abend sehen.
Mit Arthrose angeschlagen,
der Zahn der Zeit schlägt einfach zu,
ganz plötzlich - ohne mich zu fragen
und raubt mir nachts die Seelenruh'.
Ich muss mich wieder neu entdecken,
denn mein Körper knickt nun ein,
muss mich vor mir selbst erschrecken,
wie früher wird es nie mehr sein...
Das Alter fordert nun Tribut,
für meine unbeschwerten Tage,
es verlangt von mir viel Mut,
und das ist schwer, ganz ohne Frage.
Letztendlich geht es allen so,
die Psyche trauert weiter,
älter wird man sowieso,
und die Seel' ist selten heiter.
Ist die Trauer überwunden,
über das, was nicht mehr geht,
gibt es dennoch frohe Stunden,
denn Dankbarkeit stets vor mir steht.
Bin glücklich für die goldnen Tage,
die nicht mehr selbstverständlich sind.
Erinnrung ich im Herzen trage,
worin ich neue Hoffnung find'.
© Ute Kirchhof
Dass es so schwer wird, wusst' ich nicht,
von jetzt auf gleich im andren Leben.
Jetzt weiß ich, was es heißt "Verzicht",
Vieles gilt es aufzugeben.
Gestern ging es doch noch leicht,
schmerzfrei bücken oder gehen...
und ob die Tablette reicht,
werd' ich erst am Abend sehen.
Mit Arthrose angeschlagen,
der Zahn der Zeit schlägt einfach zu,
ganz plötzlich - ohne mich zu fragen
und raubt mir nachts die Seelenruh'.
Ich muss mich wieder neu entdecken,
denn mein Körper knickt nun ein,
muss mich vor mir selbst erschrecken,
wie früher wird es nie mehr sein...
Das Alter fordert nun Tribut,
für meine unbeschwerten Tage,
es verlangt von mir viel Mut,
und das ist schwer, ganz ohne Frage.
Letztendlich geht es allen so,
die Psyche trauert weiter,
älter wird man sowieso,
und die Seel' ist selten heiter.
Ist die Trauer überwunden,
über das, was nicht mehr geht,
gibt es dennoch frohe Stunden,
denn Dankbarkeit stets vor mir steht.
Bin glücklich für die goldnen Tage,
die nicht mehr selbstverständlich sind.
Erinnrung ich im Herzen trage,
worin ich neue Hoffnung find'.
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- Kaninchen
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20 Okt 2026 18:43 #62148
von Kaninchen
Das Ideal
Das Gedicht „Das Ideal“ stammt aus der Feder von Kurt Tucholsky.
Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.
Im Stall: Zwei Ponys, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad - alles lenkste
natürlich selber - das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.
Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche - erstes Essen -
alte Weine aus schönem Pokal -
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.
Ja, das möchste!
Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.
Etwas ist immer.
Tröste dich.
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat:
das ist selten.
Das Gedicht „Das Ideal“ stammt aus der Feder von Kurt Tucholsky.
Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.
Im Stall: Zwei Ponys, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad - alles lenkste
natürlich selber - das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.
Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche - erstes Essen -
alte Weine aus schönem Pokal -
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.
Ja, das möchste!
Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.
Etwas ist immer.
Tröste dich.
Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Dass einer alles hat:
das ist selten.
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22 Okt 2026 16:32 #62183
von Kaninchen
Hab Dank, du lieber Wind!
Das Gedicht „Hab Dank, du lieber Wind!“ stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.
Ich bin in den Garten gegangen
und mag nicht wieder hinaus.
Die goldigen Äpfel prangen
mit ihren roten Wangen
und laden ein zum Schmaus.
Wie ist es anzufangen?
Sie sind mir zu hoch und fern.
Ich sehe sie hangen und prangen
und kann sie nicht erlangen
und hätte doch einen gern!
Da kommt der Wind aus dem Westen
und schüttelt den Baum geschwind
und weht herab von den Ästen
den allerschönsten und besten.
Hab Dank, du lieber Wind!
Hab Dank, du lieber Wind!
Das Gedicht „Hab Dank, du lieber Wind!“ stammt aus der Feder von Hoffmann von Fallersleben.
Ich bin in den Garten gegangen
und mag nicht wieder hinaus.
Die goldigen Äpfel prangen
mit ihren roten Wangen
und laden ein zum Schmaus.
Wie ist es anzufangen?
Sie sind mir zu hoch und fern.
Ich sehe sie hangen und prangen
und kann sie nicht erlangen
und hätte doch einen gern!
Da kommt der Wind aus dem Westen
und schüttelt den Baum geschwind
und weht herab von den Ästen
den allerschönsten und besten.
Hab Dank, du lieber Wind!
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