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02 Sep 2017 07:56 #13816
von Kaninchen
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02 Sep 2017 21:43 #13822
von Feschtbrueder
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03 Sep 2017 06:32 #13824
von Glögglifrosch
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03 Sep 2017 07:30 #13827
von Kaninchen
Das perfekte Haus
Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle.
Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.
Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein:
„Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen“,
sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient.“
Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche.
Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus,
aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein,
wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.
Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus.
Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause. Selig schlief er ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer … und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.
aus: Tania Konnerth / Aus der Schatzkiste des Lebens
Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle.
Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.
Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein:
„Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen“,
sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient.“
Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche.
Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus,
aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein,
wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.
Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus.
Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause. Selig schlief er ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer … und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.
aus: Tania Konnerth / Aus der Schatzkiste des Lebens
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04 Sep 2017 05:58 #13835
von Glögglifrosch
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04 Sep 2017 08:19 #13845
von Kaninchen
Anekdote um Rainer Maria Rilke : Die Rose
Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er Rilke um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin saß und um Geld bat. Sie hielt sich immer am gleichen Ort auf
und nahm die Almosen entgegen, ohne auch nur einen Blick auf die Geber zu verschwenden. Rilke gab ihr nie etwas, während seine Begleiterin der Frau öfters Geld gab.
Als die Französin eines Tages fragte, warum Rilke der Frau nie etwa gebe,
erhielt sie zur Antwort, daß man ihrem Herzen und nicht ihrer Hand etwas schenken solle.
Einige Tage darauf brachte Rilke der Bettlerin eine schöne, frisch erblühte Rose und legte sie in die um Almosen bittende Hand. Da geschah etwas Unerwartetes: Die Bettlerin blickte zu dem Geber auf , erhob sich mühsam vom Boden und ging mit der Rose davon.
Eine Woche war die Bettlerin nicht mehr zu sehen. Dann saß sie wieder wie zuvor an ihrem gewohnten Platz und wandte sich weder mit einem Blick noch mit einem Wort an ihre Geber.
Auf die Frage der Französin, wovon die Frau während der Zeit, in der sie keine Almosen erhalten habe, gelebt habe, antwortete Rilke: "Von der Rose"
Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er Rilke um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin saß und um Geld bat. Sie hielt sich immer am gleichen Ort auf
und nahm die Almosen entgegen, ohne auch nur einen Blick auf die Geber zu verschwenden. Rilke gab ihr nie etwas, während seine Begleiterin der Frau öfters Geld gab.
Als die Französin eines Tages fragte, warum Rilke der Frau nie etwa gebe,
erhielt sie zur Antwort, daß man ihrem Herzen und nicht ihrer Hand etwas schenken solle.
Einige Tage darauf brachte Rilke der Bettlerin eine schöne, frisch erblühte Rose und legte sie in die um Almosen bittende Hand. Da geschah etwas Unerwartetes: Die Bettlerin blickte zu dem Geber auf , erhob sich mühsam vom Boden und ging mit der Rose davon.
Eine Woche war die Bettlerin nicht mehr zu sehen. Dann saß sie wieder wie zuvor an ihrem gewohnten Platz und wandte sich weder mit einem Blick noch mit einem Wort an ihre Geber.
Auf die Frage der Französin, wovon die Frau während der Zeit, in der sie keine Almosen erhalten habe, gelebt habe, antwortete Rilke: "Von der Rose"
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