Ueli der Schreiber

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27 Okt 2017 22:32 #14553 von Güegi
Ein Berner namens Kari Krall

begab sich auf die Place Pigalle,
auf dass er, von der Heimat ferne,
das Sündenbabel kennen lerne.
In seinem Forscherdrang betrat er
ein schlecht beleumdetes Theater
und fragte leicht verschämt und leise
am Schalter nach dem Eintrittspreise.
Nachdem man diesen ihm genannt,
hat er sich schleunigst umgewandt
und ist mit leicht gesträubten Haaren
sogleich nach Bern zurückgefahren;
und dort erklärt nun täglich neu er,
Paris sei wirklich sündhaft - teuer!


Von Guido Schmezer

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05 Nov 2017 21:16 #14683 von Güegi
Ein Berner namens Stähli Fritz

empfand es irgendwie als Witz,
dass unsere Gemeinderäte,
von denen man doch glauben täte,
dass sie regieren und verwalten,
fast täglich eine Rede halten
- und dies zuweilen in Vereinen,
die uns nicht eben wichtig scheinen.
«Ei!», sagte ein Gemeinderat,
den Stähli Fritz um Auskunft bat,
«Wir tun‘s nicht etwa zum Vergnügen;
wir müssen uns dem Volke fügen,
das, als es weiland uns gewählt hat,
auf unsre Mitarbeit gezählt hat.
So sind wir leider halt gezwungen,
an Feiern und Beerdigungen,
an Vernissagen, Premieren,
am Lotto-Match der Feuerwehren,
am Jahrestag der SBB,
am <Quer durch Bern>, am Defilee,
beim Trachtenchor, beim Heimatschutz,
beim Milchverband und - Gopfried Schtutz! -
bei jedem Chüngelzuchtverein
als Ehrengast dabei zu sein,
und zwar aus Furcht», (hier nickte Stähli),
«dass man uns sonsten nicht mehr wähli.»

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13 Nov 2017 14:59 #14791 von Güegi
Ein Berner namens Gusti Trachsel

nahm alles auf die leichte Achsel,
ging durch die Welt mit frohem Herzen
und hatte immer Zeit zum Scherzen.
Er ward, nachdem er Jus studiert,
mit höchsten Ehren promoviert,
weil er mit trefflichem Verstand
auch Fleiss und Fantasie verband.
Wo solche Gaben sich vereinen,
ist jedermann versucht, zu meinen,
dass aller Grund vorhanden wäre
für eine grosse Karriere.

Wer solches meint, der irrt sich glatt;
denn wer am Scherzen Freude hat,
dem geht es hierzulande bös:
Er gilt als nicht ganz seriös...


Von Guido Schmezer

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15 Nov 2017 20:08 #14823 von Güegi
Ein Berner namens Kari Krag

erhielt vom Schicksal einen Schlag.
Den Schlag hat Kari kaum empfunden.
Das Schicksal hat die Hand verbunden.


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18 Nov 2017 11:42 #14855 von Güegi
Ein Berner namens Arthur Knecht

verliess sich auf das Vortrittsrecht.
Drei Tage später stand man stumm
und traurig um sein Grab herum.
Da sprach die Berner Polizei:
„An dieser Kreuzung braucht’s noch zwei“
Getötete, dann reicht die Zahl
als Grund zu einem Stopp-Signal.»


Von Guido Schmezer

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24 Nov 2017 22:11 #14936 von Güegi
Ein Berner namens Emil Glatt

fuhr einst im Auto in die Stadt.
Er rollte an die Bundesgasse,
dass dort er seinen Wagen lasse.

Doch alsbald wurde es ihm klar,
dass dort kein Raum zum Parken war.
Er wandte sich zum Bundesplatz -
auch dort war alles für die Katz.
Der Parkplatz vor dem Waisenhaus
sah gleichermassen trostlos aus.
So fuhr er auf die Schützenmatte,
auf die er etwas Hoffnung hatte;
doch diese Hoffnung war verfrüht...
Herr Glatt, mit traurigem Gemüt,
fuhr heim, den Wagen zu parkieren
und sich per Tram zu dislozieren.

Doch selbst im eignen Wohnbereiche
war das Problem genau das gleiche:
am Trottoir Rand kein Meter frei!
Er fuhr an seinem Haus vorbei
und immer weiter, leise fluchend
und einen Platz zum Parken suchend.
Zehn Stunden später fand er ihn:
zuhinterst links im Engadin.


Von Guido Schmezer

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