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26 Okt 2017 07:07 #14530
von Feschtbrueder
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26 Okt 2017 07:41 - 26 Okt 2017 07:42 #14534
von Kaninchen
Der Weg ins Schlaraffenland, dem Land, in dem die Natur in verschwenderischer Fülle
die delikatesten Güter hervorbringen und ein sorgenloses Leben garantieren soll,
führt über die Universitätsbibliothek (UB) Graz. Dort lagert im "Atlas nous terrarum"
(1716) von J.B. Homann die "Schlaraffenlandkarte", die auf die Beschreibung eines österreichischen Generals aus dem 17. Jahrhundert zurückgeht. "So wie es uns auf der Landkarte entgegentritt, bildet das Schlaraffenland einen ganzen Weltteil, bestehend aus 17 Provinzen und etlichen Inselgruppen", Über 2.000 fiktive Ortsnamen, aber auch Landschaftsbezeichnungen und Flüsse beschreiben das Land ausführlich. Wer also ins "Narrenland" oder "Verschwenderland" reisen möchte
oder sich für die geographischen Gegebenheiten im "Reich des Magens" interessiert,
nach "Machsdusfürmich" möchte oder den "Ursprung des Weißbiers" finden möchte, ist an der UB richtig aufgehoben.Die Absicht der Schlaraffengeographen
"Der Zweck der Karte ist ein eindeutig moralisierender", so Zotter.
"Während zu den traditionellen Motiven der Schlaraffenlandfabel,
die sich bis auf antike bzw. indische Quellen zurückführen lässt,
die verkehrte Welt, die Utopie des Überflusses, eine Welt ohne Arbeit,
ohne Alter und Not gehört, werden hier die Laster und Tugenden als
geographische Begriffe versachlicht", erklärt der Experte. Als Bezugspunkte
dienen Nord- und Südpol, wobei der Nordpol als "Terra Sancta Incognita"
(unbekanntes Land der Frommen) und der Südpol als "Tartari Regnum oder
das Höllische Reich" bezeichnet werden. "Es ist klar, dass es die Bewohner
von 'Magenland', 'Trinkland', 'Faulpelzland', des 'Landes der Geizigen',
'Unzuchtland', 'Sauland, 'Schlemmerland' und 'Fluchland'
unweigerlich nach Süden in die Hölle zieht", so Zotter.
Internationaler Mythos Grundlage für diese Fantasiekarte ist ein Buch des
kaiserlichen Generals Johann Andreas Schnebelin (gest. 1706).
Die Idee eines "Schlaraffenlandes" führt weltweit unzählige Namen:
"Cucania" und "Coquaigne" ("Kuchenland" in Italien und Frankreich),
"Lubberland" in England, "Liulekkerland" in den Niederlanden oder
"El Dorado" im Spanischen. Etwa seit 1400 im deutschsprachigen Raum nachweisbar, wird das Wort "Schlaraffenland" auf "Schlaraffe" -
eine Verknüpfung des mittelhochdeutschen "slur" (Faulenzen) und "affe" im Sinne von Tor, Narr - zurückgeführt.
die delikatesten Güter hervorbringen und ein sorgenloses Leben garantieren soll,
führt über die Universitätsbibliothek (UB) Graz. Dort lagert im "Atlas nous terrarum"
(1716) von J.B. Homann die "Schlaraffenlandkarte", die auf die Beschreibung eines österreichischen Generals aus dem 17. Jahrhundert zurückgeht. "So wie es uns auf der Landkarte entgegentritt, bildet das Schlaraffenland einen ganzen Weltteil, bestehend aus 17 Provinzen und etlichen Inselgruppen", Über 2.000 fiktive Ortsnamen, aber auch Landschaftsbezeichnungen und Flüsse beschreiben das Land ausführlich. Wer also ins "Narrenland" oder "Verschwenderland" reisen möchte
oder sich für die geographischen Gegebenheiten im "Reich des Magens" interessiert,
nach "Machsdusfürmich" möchte oder den "Ursprung des Weißbiers" finden möchte, ist an der UB richtig aufgehoben.Die Absicht der Schlaraffengeographen
"Der Zweck der Karte ist ein eindeutig moralisierender", so Zotter.
"Während zu den traditionellen Motiven der Schlaraffenlandfabel,
die sich bis auf antike bzw. indische Quellen zurückführen lässt,
die verkehrte Welt, die Utopie des Überflusses, eine Welt ohne Arbeit,
ohne Alter und Not gehört, werden hier die Laster und Tugenden als
geographische Begriffe versachlicht", erklärt der Experte. Als Bezugspunkte
dienen Nord- und Südpol, wobei der Nordpol als "Terra Sancta Incognita"
(unbekanntes Land der Frommen) und der Südpol als "Tartari Regnum oder
das Höllische Reich" bezeichnet werden. "Es ist klar, dass es die Bewohner
von 'Magenland', 'Trinkland', 'Faulpelzland', des 'Landes der Geizigen',
'Unzuchtland', 'Sauland, 'Schlemmerland' und 'Fluchland'
unweigerlich nach Süden in die Hölle zieht", so Zotter.
Internationaler Mythos Grundlage für diese Fantasiekarte ist ein Buch des
kaiserlichen Generals Johann Andreas Schnebelin (gest. 1706).
Die Idee eines "Schlaraffenlandes" führt weltweit unzählige Namen:
"Cucania" und "Coquaigne" ("Kuchenland" in Italien und Frankreich),
"Lubberland" in England, "Liulekkerland" in den Niederlanden oder
"El Dorado" im Spanischen. Etwa seit 1400 im deutschsprachigen Raum nachweisbar, wird das Wort "Schlaraffenland" auf "Schlaraffe" -
eine Verknüpfung des mittelhochdeutschen "slur" (Faulenzen) und "affe" im Sinne von Tor, Narr - zurückgeführt.
Letzte Änderung: 26 Okt 2017 07:42 von Kaninchen.
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27 Okt 2017 06:32 #14539
von Glögglifrosch
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27 Okt 2017 06:36 #14540
von Kaninchen
Der kleine Zirkuselefant
In einem Wanderzirkus kommt ein Elefanten-Baby zur Welt. Sobald es auf eigenen Beinen stehen kann, wird es angebunden. Mit dem Seil am Hinterbein hat es nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kann lediglich in einem bestimmten Umkreis um den Pflock herum laufen. Dieser Kreis definiert sein Welt, jeder Versuch, sie zu verlassen, wird durch den Schmerz unterbunden, den das Seil dann am Bein verursacht. Der kleine Elefant lernt, dass es ihm innerhalb des Kreises gut geht, und er findet sich damit ab.
Im Laufe der Jahre wird er größer und stärker, stark genug, um den Pflock ohne Probleme aus dem Boden zu ziehen. Doch da er gelernt hat, dass dies mit Schmerzen verbunden ist, probiert er es erst gar nicht mehr. Die "Welt da draußen" ist für ihn unerreichbar.
(nach Michael Fromm: Der kleine Zirkuselefant)
In einem Wanderzirkus kommt ein Elefanten-Baby zur Welt. Sobald es auf eigenen Beinen stehen kann, wird es angebunden. Mit dem Seil am Hinterbein hat es nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kann lediglich in einem bestimmten Umkreis um den Pflock herum laufen. Dieser Kreis definiert sein Welt, jeder Versuch, sie zu verlassen, wird durch den Schmerz unterbunden, den das Seil dann am Bein verursacht. Der kleine Elefant lernt, dass es ihm innerhalb des Kreises gut geht, und er findet sich damit ab.
Im Laufe der Jahre wird er größer und stärker, stark genug, um den Pflock ohne Probleme aus dem Boden zu ziehen. Doch da er gelernt hat, dass dies mit Schmerzen verbunden ist, probiert er es erst gar nicht mehr. Die "Welt da draußen" ist für ihn unerreichbar.
(nach Michael Fromm: Der kleine Zirkuselefant)
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27 Okt 2017 06:51 #14545
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28 Okt 2017 06:22 #14558
von Feschtbrueder
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