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24 Mai 2017 06:56 #12627
von Feschtbrueder
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24 Mai 2017 08:01 #12632
von Kaninchen
Sprich nur, wenn Du gefragt wirst
Ein junges Mädchen wurde von ihren Eltern zur Ehe mit einem alten Mann gezwungen,
den sie verabscheute.
Als die Hochzeitszeremonie so weit fortgeschritten war, daß der Geistliche sie
endlich fragte, ob sie den Bräutigam zum Gatten nehmen wolle, erwiderte sie sehr
einfach: "Oh nein, Sir, nein, - Sie sind der erste, der mich danach gefragt hat
Ein junges Mädchen wurde von ihren Eltern zur Ehe mit einem alten Mann gezwungen,
den sie verabscheute.
Als die Hochzeitszeremonie so weit fortgeschritten war, daß der Geistliche sie
endlich fragte, ob sie den Bräutigam zum Gatten nehmen wolle, erwiderte sie sehr
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25 Mai 2017 04:56 #12635
von Feschtbrueder
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25 Mai 2017 06:43 - 25 Mai 2017 06:45 #12640
von Kaninchen
Der Schäfer am Meer
Von dem Ertrag, den Schafzucht ihm gewährte, der ihn bescheiden aber sicher nährte, lebt' einst ein Mann, dem Meereshafen nah; dem raubt' die Ruhe, was er täglich sah.
Was wurden da für Schätze ausgeladen... Wie leicht erworben schien des Kaufmanns Gut! ... Betört verhandelt er sein Vieh mit Schaden, das Geld vertraut als Ware er der Flut ...
Doch Schiff und Last verschlang des Sturmes Wut. Mit einem Schlag war unser Mann nun los die schöne Herde, war des Geldes bloß!
Er musste wieder sich als Hirt verdingen, wie einst als Junge hinter fremdem Vieh mit Stab und Hund sich täglich müde springen.
Er tat's geduldig, lebte karg, und sieh, allmählich konnte er in ein'gen Jahren sich eine eig'ne Herde neu ersparen...
Und wieder sah er eines Morgens früh, wie reichbelad'ne Schiffe stolz herzogen.
Da rief er fröhlich: »Glaub's, ihr schlimmen Wogen, habt Appetit wohl wieder auf mein Geld? Sucht andre Dumme! Ich bin schon geprellt.«
Die Fabel soll nicht nur vergnüglich sein, sie präg' auch eine wicht'ge Wahrheit ein : Ein Pfennig, Konto sicher angelegt, ist mehr wert als ein Taler, wohl geprägt, auf den man, wünschevoll, erst Hoffnung hegt. Der Wünsche weites Meer kann mächtig locken ... Doch bei dem Klang der Zukunftswunderglocken bleib kühl, und wenn - beschränk den Einsatz klug! Von hundert, die den Einsatz hoffend wagen, hat einer Glück, die andern sind geschlagen ... Bleibt bei Verlust dir immer noch genug?
Jean de la Fontaine
Von dem Ertrag, den Schafzucht ihm gewährte, der ihn bescheiden aber sicher nährte, lebt' einst ein Mann, dem Meereshafen nah; dem raubt' die Ruhe, was er täglich sah.
Was wurden da für Schätze ausgeladen... Wie leicht erworben schien des Kaufmanns Gut! ... Betört verhandelt er sein Vieh mit Schaden, das Geld vertraut als Ware er der Flut ...
Doch Schiff und Last verschlang des Sturmes Wut. Mit einem Schlag war unser Mann nun los die schöne Herde, war des Geldes bloß!
Er musste wieder sich als Hirt verdingen, wie einst als Junge hinter fremdem Vieh mit Stab und Hund sich täglich müde springen.
Er tat's geduldig, lebte karg, und sieh, allmählich konnte er in ein'gen Jahren sich eine eig'ne Herde neu ersparen...
Und wieder sah er eines Morgens früh, wie reichbelad'ne Schiffe stolz herzogen.
Da rief er fröhlich: »Glaub's, ihr schlimmen Wogen, habt Appetit wohl wieder auf mein Geld? Sucht andre Dumme! Ich bin schon geprellt.«
Die Fabel soll nicht nur vergnüglich sein, sie präg' auch eine wicht'ge Wahrheit ein : Ein Pfennig, Konto sicher angelegt, ist mehr wert als ein Taler, wohl geprägt, auf den man, wünschevoll, erst Hoffnung hegt. Der Wünsche weites Meer kann mächtig locken ... Doch bei dem Klang der Zukunftswunderglocken bleib kühl, und wenn - beschränk den Einsatz klug! Von hundert, die den Einsatz hoffend wagen, hat einer Glück, die andern sind geschlagen ... Bleibt bei Verlust dir immer noch genug?
Jean de la Fontaine
Letzte Änderung: 25 Mai 2017 06:45 von Kaninchen.
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25 Mai 2017 07:45 #12645
von Glögglifrosch
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26 Mai 2017 06:02 #12649
von Glögglifrosch
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