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11 Mär 2017 07:43 #11700
von Feschtbrueder
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11 Mär 2017 09:06 #11705
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12 Mär 2017 06:40 #11708
von Kaninchen
In einem Städtchen des sächsischen Erzgebirges stehen die Spitzen der Behörde empfangsbereit auf dem Marktplatz.
Friedrich August III. von Sachsen prasselt heran.
August trudelt auf einen los, dessen linke Brusthälfte glitzert.
"Was is´n das für ein Ding?"
"Eine Rettungsmedaille, Maj..."
"Für was denn?"
"Ich hab mal jemanden aus dem Wasser gezogen!
"Da hamms´n wohl erst reingeschmissen, hä?"
Friedrich August III. von Sachsen prasselt heran.
August trudelt auf einen los, dessen linke Brusthälfte glitzert.
"Was is´n das für ein Ding?"
"Eine Rettungsmedaille, Maj..."
"Für was denn?"
"Ich hab mal jemanden aus dem Wasser gezogen!
"Da hamms´n wohl erst reingeschmissen, hä?"
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12 Mär 2017 06:50 #11711
von Glögglifrosch
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12 Mär 2017 07:54 #11714
von Feschtbrueder
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12 Mär 2017 20:01 #11722
von Kaninchen
Der Taugenichts
Die ersten Veilchen waren schon
Erwacht im stillen Tal;
Ein Bettelpack stellt' seinen Thron
Ins Feld zum ersten Mal.
Der Alte auf dem Rücken lag,
Das Weib, das wusch am See;
Bestaubt und unrein schmolz im Hag
Das letzte Häuflein Schnee.
Der Vollmond warf den Silberschein
Dem Bettler in die Hand,
Bestreut' der Frau mit Edelstein
Die Lumpen, die sie wand;
Ein linder West blies in die Glut
Von einem Dorngeflecht,
Drauf kocht' in Bettelmannes Hut
Ein sündengrauer Hecht.
Da kam der kleine Betteljung,
Vor Hunger schwach und matt,
Doch glühend in Begeisterung
Vom Streifen durch die Stadt,
Hielt eine Hyazinthe dar
In dunkelblauer Luft;
Dicht drängte sich der Kelchlein Schar,
Und selig war der Duft.
Der Vater rief: "Wohl hast du mir
Viel Pfennige gebracht??"
Der Knabe rief: "O sehet hier
Der Blume Zauberpracht!
Ich schlich zum goldnen Gittertor,
Sooft ich ging, zurück,
Bedacht nur, aus dem Wunderflor
Zu stehlen mir dies Glück!
O sehet nur, ich werde toll,
Die Glöcklein alle an!
Ihr Duft, so fremd und wundervoll,
Hat mir es angetan!
O schlaget nicht mich armen Wicht,
Laßt Euren Stecken ruhn!
Ich will ja nichts, mich hungert nicht,
Ich wills nicht wieder tun!?"
"O wehe mir geschlagnem Tropf!?",
Brach nun der Alte aus,
"Mein Kind kommt mit verrücktem Kopf,
Anstatt mit Brot nach Haus!
Du Taugenichts, du Tagedieb
Und deiner Eltern Schmach!?"
Und rüstig langt' er Hieb auf Hieb
Dem armen Jungen nach.
Im Zorn fraß er den Hecht, noch eh
Der gar gesotten war,
Schmiß weit die Gräte in den See
Und stülpt' den Filz aufs Haar.
Die Mutter schmält' mit sanftem Wort
Den mißgeratnen Sohn,
Der warf die Blume zitternd fort
Und hinkte still davon.
Es perlte seiner Tränen Fluß,
Er legte sich ins Gras
Und zog aus seinem wunden Fuß
Ein Stücklein scharfes Glas.
Der Gott der Taugenichtse rief
Der guten Nachtigall,
Daß sie dem Kind ein Liedchen pfiff
Zum Schlaf mit süßem Schall.
Gottfried Keller
Die ersten Veilchen waren schon
Erwacht im stillen Tal;
Ein Bettelpack stellt' seinen Thron
Ins Feld zum ersten Mal.
Der Alte auf dem Rücken lag,
Das Weib, das wusch am See;
Bestaubt und unrein schmolz im Hag
Das letzte Häuflein Schnee.
Der Vollmond warf den Silberschein
Dem Bettler in die Hand,
Bestreut' der Frau mit Edelstein
Die Lumpen, die sie wand;
Ein linder West blies in die Glut
Von einem Dorngeflecht,
Drauf kocht' in Bettelmannes Hut
Ein sündengrauer Hecht.
Da kam der kleine Betteljung,
Vor Hunger schwach und matt,
Doch glühend in Begeisterung
Vom Streifen durch die Stadt,
Hielt eine Hyazinthe dar
In dunkelblauer Luft;
Dicht drängte sich der Kelchlein Schar,
Und selig war der Duft.
Der Vater rief: "Wohl hast du mir
Viel Pfennige gebracht??"
Der Knabe rief: "O sehet hier
Der Blume Zauberpracht!
Ich schlich zum goldnen Gittertor,
Sooft ich ging, zurück,
Bedacht nur, aus dem Wunderflor
Zu stehlen mir dies Glück!
O sehet nur, ich werde toll,
Die Glöcklein alle an!
Ihr Duft, so fremd und wundervoll,
Hat mir es angetan!
O schlaget nicht mich armen Wicht,
Laßt Euren Stecken ruhn!
Ich will ja nichts, mich hungert nicht,
Ich wills nicht wieder tun!?"
"O wehe mir geschlagnem Tropf!?",
Brach nun der Alte aus,
"Mein Kind kommt mit verrücktem Kopf,
Anstatt mit Brot nach Haus!
Du Taugenichts, du Tagedieb
Und deiner Eltern Schmach!?"
Und rüstig langt' er Hieb auf Hieb
Dem armen Jungen nach.
Im Zorn fraß er den Hecht, noch eh
Der gar gesotten war,
Schmiß weit die Gräte in den See
Und stülpt' den Filz aufs Haar.
Die Mutter schmält' mit sanftem Wort
Den mißgeratnen Sohn,
Der warf die Blume zitternd fort
Und hinkte still davon.
Es perlte seiner Tränen Fluß,
Er legte sich ins Gras
Und zog aus seinem wunden Fuß
Ein Stücklein scharfes Glas.
Der Gott der Taugenichtse rief
Der guten Nachtigall,
Daß sie dem Kind ein Liedchen pfiff
Zum Schlaf mit süßem Schall.
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