Ueli der Schreiber

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11 Mär 2016 22:25 #8018 von Güegi
Ein Berner namens Felix Horber

verdiente wenig nur als Korber
und war doch froher als die Reichen,
denn diese fluchten alle Zeichen,
wenn sie die Steuern zahlen mussten;
doch er, in seiner selbstbewussten
und freien Art sprach nur gemüt
lich: «Zäh Prozänt vo nüüt isch nüüt.»


Von Guido Schmezer

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30 Mär 2016 11:43 #8146 von Güegi
K
Ein Berner namens Peter Fall

erging sich auf der Place Pigalle.
Da kam ein leichtgeschürztes Weib
und bot sich an zum Zeitvertreib.
Doch Peter sprach bestimmt und bös
«Non merci, je suis seriös -
me laissez etre - vous pouvez
me souffler dans les souliers!»

Wie nützlich war in diesem Fall
für Fall das Frangseh federal!


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06 Apr 2016 21:13 #8203 von Güegi
K
Ein Berner namens Büetiger

war hie und da ein Wüetiger.
Im allgemeinen war er güetig,
drum fiel er auf, sobald er wüetig,
und jeder fragte sich beklommen,
woher wohl diese Wut gekommen;
doch keiner konnte es erklären.
Womit wir schon am Ende wären,
weil ich genau wie jedermann
es einfach nicht erklären kann.


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16 Apr 2016 17:33 #8290 von Güegi
Ein Berner namens Sami Engel

sah eine Rose auf dem Stengel
und hat die Rose abgebrochen.
Von einem spitzen Dorn gestochen
und literarisch sehr im Bilde,
sah Sami mit beherrschter Milde
auf seiner Wunde Blutesröte
und sagte: «Äebe ja - vom Goethe!»


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24 Apr 2016 11:00 #8385 von Güegi
Ein Berner namens Max von Gunten

war mit den Nerven völlig drunten
beziehungsweise nervenkrank,
weil er Direktor einer Bank
und ständig überlastet war.

Sein Arzt erkannte die Gefahr
und schickte ihn aufs Land hinaus.
Dort kaufte Max ein kleines Haus,
um - fern der Börse, nah dem Leben
der Rosenzucht sich hinzugeben.
Dies brachte keinen Geldgewinn,
doch heilte es den kranken Sinn,
und Max, im neu entdeckten Glück,
ging nur noch in die Bank zurück,
um sein Erspartes abzuheben
und einen Zettel anzukleben,
auf dem erstaunte Kunden lasen:
«Bin fort. Ihr könnt mir alle blasen!»


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25 Apr 2016 20:42 #8401 von Feschtbrueder
Ein Berner namens …
Ruth Wysseier über Bundeshausdramen, im Stile Ueli des Schreibers

Ein Berner namens Schneider-Ammann
Der hat ein Ämtli, und er hängt daran.
Er hats zwar erst seit einem Jahr
Und findet es ganz wunderbar,
Als Bundesrat in Bern zu walten
Und Pressekonferenzen abzuhalten.
Doch kaum spricht er ins Mikrofon,
Glaubt man, er sei der Pausenclown.
Er stottert vor der Kamera,
Als wär er geistig nicht ganz da.

Vielleicht ist er ja ganz ein Lieber
Und hat bloss schrecklich Lampenfieber.
Nur dank des Knopfs in seiner Leitung
Schafft er es manchmal in die Zeitung.
Ein Medientraining müsste her,
Doch das hilft jetzt wohl auch nicht mehr.
Dann quält ihn noch die FDP –
Und das tut seinen Chancen weh –
Mit ziemlich miserablen Zahlen
Bei den Nationalratswahlen.

Dabei ist er ja ganz possierlich,
Sein Tonfall tadellos manierlich.
Das Poltern hat er gar nicht gern,
Er frequentiert auch keine Puffs in Bern.
Als Fendant-Trinker ist er unbekannt,
Nach Libyen ist er nicht gerannt,
Er trug kein Kopftuch im Iran
Und hat auch sonst nie was getan.
Und muss wohl trotzdem sehr bald schon
Ganz unverdient in Frühpension.

Die heimische Fabrik ist fern,
Der Patron fühlt sich fremd in Bern,
Weiss nicht, was man von ihm erwartet,
Und ist deshalb gar nie gestartet.
Er leidet nachts in seinen Träumen:
Man will ihn aus dem Amte räumen.
Doch unterschätzt den tapfern Schneider nicht,
Bloss weil er so viel Warmluft spricht:
Bedenkt, eh ihr ihn abserviert,
Dass ihn schon Goethe hat zitiert:
"Da steh ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor."

:-) Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!

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