Ueli der Schreiber
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25 Aug 2014 22:16 #1123
von Güegi
Erfahrungen sind Massarbeit, sie passen nur zu dem, der sie macht.
Ein Berner namens Adalbert..
ging in ein Symphoniekonzert,
und in der Pause sprach er lange
mit einem Herrn von hohem Range,
mit einem Künstler von Format
und einem alt Regierungsrat.
Bei all dem Reden blickte er
gespannt im Publikum umher,
damit die vielen Koryphäen
ihn als Konzertbesucher sähen;
und wer ihm freundlich zugenickt,
hat Adalbertens Herz erquickt,
denn jeder sieht es gern bestätigt,
dass er sich kulturell betätigt.
Befriedigt ging er dann nach Hause.
Was aber vor und nach der Pause
sich musikalisch zugetragen,
das konnte Adalbert nicht sagen.
von Guido Schmezer
ging in ein Symphoniekonzert,
und in der Pause sprach er lange
mit einem Herrn von hohem Range,
mit einem Künstler von Format
und einem alt Regierungsrat.
Bei all dem Reden blickte er
gespannt im Publikum umher,
damit die vielen Koryphäen
ihn als Konzertbesucher sähen;
und wer ihm freundlich zugenickt,
hat Adalbertens Herz erquickt,
denn jeder sieht es gern bestätigt,
dass er sich kulturell betätigt.
Befriedigt ging er dann nach Hause.
Was aber vor und nach der Pause
sich musikalisch zugetragen,
das konnte Adalbert nicht sagen.
von Guido Schmezer
Erfahrungen sind Massarbeit, sie passen nur zu dem, der sie macht.
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- aurora
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26 Aug 2014 14:56 - 26 Aug 2014 14:57 #1138
von aurora
Der Humor hat, wie die Moral, seine ewigen Wahrheiten. (Mark Twain)
Ein Berner Namens Reist
ist einmal sprachlich arg entgleist.
Es war im Bahnhofbuffet Olten,
da traf er, bisher unbescholten,
ein Ehepaar aus Ingenbohl
und sagte herzlich: «Grüezi wohl!»
Kaum war das Wort dem Mund entflohn,
erkannte er den Fehler schon:
Man sagt im ganzen Bernerland
natürlich: «Grüessech mitenand!»
Seit jenem Tag trägt René Reist
ein Schuldgefühl in seinem Geist,
auch wenn er das nicht offen zeigt;
denn selbst noch jetzt, nach Jahren,
steigt ins Antlitz ihm sein Bernerblut,
wenn man ihn dran erinnern tut.
ist einmal sprachlich arg entgleist.
Es war im Bahnhofbuffet Olten,
da traf er, bisher unbescholten,
ein Ehepaar aus Ingenbohl
und sagte herzlich: «Grüezi wohl!»
Kaum war das Wort dem Mund entflohn,
erkannte er den Fehler schon:
Man sagt im ganzen Bernerland
natürlich: «Grüessech mitenand!»
Seit jenem Tag trägt René Reist
ein Schuldgefühl in seinem Geist,
auch wenn er das nicht offen zeigt;
denn selbst noch jetzt, nach Jahren,
steigt ins Antlitz ihm sein Bernerblut,
wenn man ihn dran erinnern tut.
Der Humor hat, wie die Moral, seine ewigen Wahrheiten. (Mark Twain)
Letzte Änderung: 26 Aug 2014 14:57 von aurora.
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27 Aug 2014 11:20 - 27 Aug 2014 11:21 #1159
von Güegi
Erfahrungen sind Massarbeit, sie passen nur zu dem, der sie macht.
Ein Berner namens Werner Bähler
war von Beruf Giraffenzähler.
Als kantonaler Kommissär
fuhr er in einem Jeep umher,
um über bernische Giraffen
statistisch Klarheit zu verschaffen.
Dass er im ganzen Bernerland
nicht eines dieser Tiere fand,
empfand er nicht als sonderbar.
Stets schrieb er auf dem Formular
in die Rubrik «Giraffenbullen
und -weibchen» konsequent zwei Nullen,
und pünktlich zahlte der Kanton
ihm seinen Chefbeamtenlohn,
auf dass, falls einst Giraffenherden
in unsrer Gegend heimisch werden,
sie sich statistisch rasch erfassen
und amtlich überwachen lassen.
Man merkt am Beispiel dieses Falles:
Der Berner denkt halt doch an alles!
von Guido Schmezer
war von Beruf Giraffenzähler.
Als kantonaler Kommissär
fuhr er in einem Jeep umher,
um über bernische Giraffen
statistisch Klarheit zu verschaffen.
Dass er im ganzen Bernerland
nicht eines dieser Tiere fand,
empfand er nicht als sonderbar.
Stets schrieb er auf dem Formular
in die Rubrik «Giraffenbullen
und -weibchen» konsequent zwei Nullen,
und pünktlich zahlte der Kanton
ihm seinen Chefbeamtenlohn,
auf dass, falls einst Giraffenherden
in unsrer Gegend heimisch werden,
sie sich statistisch rasch erfassen
und amtlich überwachen lassen.
Man merkt am Beispiel dieses Falles:
Der Berner denkt halt doch an alles!
von Guido Schmezer
Erfahrungen sind Massarbeit, sie passen nur zu dem, der sie macht.
Letzte Änderung: 27 Aug 2014 11:21 von Güegi.
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27 Aug 2014 20:08 - 27 Aug 2014 20:09 #1171
von Feschtbrueder
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Lachen ist die beste Medizin!
Ein Berner namens André Ott
Ein Berner namens André Ott
war sicher, dass der Liebe Gott
stets gut nur von den Bernern dachte,
indem, als er die Sprachen machte,
er mit dem Bärndütsch sie belohnte
und mit dem Züritütsch verschonte.
Ein Berner namens André Ott
war sicher, dass der Liebe Gott
stets gut nur von den Bernern dachte,
indem, als er die Sprachen machte,
er mit dem Bärndütsch sie belohnte
und mit dem Züritütsch verschonte.
Letzte Änderung: 27 Aug 2014 20:09 von Feschtbrueder. Grund: Fett :-)
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- Glögglifrosch
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28 Aug 2014 20:49 #1200
von Glögglifrosch
Ein Berner namens …
Ruth Wysseier über Bundeshausdramen, im Stile Ueli des Schreibers
Ein Berner namens Schneider-Ammann / Der hat ein Ämtli, und er hängt daran. / Er hats zwar erst seit einem Jahr / Und findet es ganz wunderbar, / Als Bundesrat in Bern zu walten / Und Pressekonferenzen abzuhalten. / Doch kaum spricht er ins Mikrofon, / Glaubt man, er sei der Pausenclown. / Er stottert vor der Kamera, / Als wär er geistig nicht ganz da.
Vielleicht ist er ja ganz ein Lieber / Und hat bloss schrecklich Lampenfieber. / Nur dank des Knopfs in seiner Leitung / Schafft er es manchmal in die Zeitung. / Ein Medientraining müsste her, / Doch das hilft jetzt wohl auch nicht mehr. / Dann quält ihn noch die FDP – / Und das tut seinen Chancen weh – / Mit ziemlich miserablen Zahlen / Bei den Nationalratswahlen.
Dabei ist er ja ganz possierlich, / Sein Tonfall tadellos manierlich. / Das Poltern hat er gar nicht gern, / Er frequentiert auch keine Puffs in Bern. / Als Fendant-Trinker ist er unbekannt, / Nach Libyen ist er nicht gerannt, / Er trug kein Kopftuch im Iran / Und hat auch sonst nie was getan. / Und muss wohl trotzdem sehr bald schon / Ganz unverdient in Frühpension.
Die heimische Fabrik ist fern, / Der Patron fühlt sich fremd in Bern, / Weiss nicht, was man von ihm erwartet, / Und ist deshalb gar nie gestartet. / Er leidet nachts in seinen Träumen: / Man will ihn aus dem Amte räumen. / Doch unterschätzt den tapfern Schneider nicht, / Bloss weil er so viel Warmluft spricht: / Bedenkt, eh ihr ihn abserviert, / Dass ihn schon Goethe hat zitiert: / „Da steh ich nun, ich armer Tor, / Und bin so klug als wie zuvor.“
Aus der WOZ vom 17.11.2011
Ruth Wysseier über Bundeshausdramen, im Stile Ueli des Schreibers
Ein Berner namens Schneider-Ammann / Der hat ein Ämtli, und er hängt daran. / Er hats zwar erst seit einem Jahr / Und findet es ganz wunderbar, / Als Bundesrat in Bern zu walten / Und Pressekonferenzen abzuhalten. / Doch kaum spricht er ins Mikrofon, / Glaubt man, er sei der Pausenclown. / Er stottert vor der Kamera, / Als wär er geistig nicht ganz da.
Vielleicht ist er ja ganz ein Lieber / Und hat bloss schrecklich Lampenfieber. / Nur dank des Knopfs in seiner Leitung / Schafft er es manchmal in die Zeitung. / Ein Medientraining müsste her, / Doch das hilft jetzt wohl auch nicht mehr. / Dann quält ihn noch die FDP – / Und das tut seinen Chancen weh – / Mit ziemlich miserablen Zahlen / Bei den Nationalratswahlen.
Dabei ist er ja ganz possierlich, / Sein Tonfall tadellos manierlich. / Das Poltern hat er gar nicht gern, / Er frequentiert auch keine Puffs in Bern. / Als Fendant-Trinker ist er unbekannt, / Nach Libyen ist er nicht gerannt, / Er trug kein Kopftuch im Iran / Und hat auch sonst nie was getan. / Und muss wohl trotzdem sehr bald schon / Ganz unverdient in Frühpension.
Die heimische Fabrik ist fern, / Der Patron fühlt sich fremd in Bern, / Weiss nicht, was man von ihm erwartet, / Und ist deshalb gar nie gestartet. / Er leidet nachts in seinen Träumen: / Man will ihn aus dem Amte räumen. / Doch unterschätzt den tapfern Schneider nicht, / Bloss weil er so viel Warmluft spricht: / Bedenkt, eh ihr ihn abserviert, / Dass ihn schon Goethe hat zitiert: / „Da steh ich nun, ich armer Tor, / Und bin so klug als wie zuvor.“
Aus der WOZ vom 17.11.2011
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28 Aug 2014 22:08 #1206
von Güegi
Erfahrungen sind Massarbeit, sie passen nur zu dem, der sie macht.
Ein Berner namens Markus Batt
besass ein Kino in der Stadt
und ausserdem den guten Willen,
des Volkes Bildungsdrang zu stillen.
Er zeigte, da er unerfahren,
nur Filme, welche wertvoll waren.
Infolgedessen hatte er
den Kinosaal fast immer leer.
Da riss das Steuer er herum
und zeigte Filme, welche dumm
und pornographisch, kriminell
und läppisch waren. Ziemlich schnell
kam nun zu Reichtum Markus Batt,
der endlich doch begriffen hat,
dass Bildungsdrang und volle Kassen
sich einfach nicht verbinden lassen.
von Guido Schmezer
besass ein Kino in der Stadt
und ausserdem den guten Willen,
des Volkes Bildungsdrang zu stillen.
Er zeigte, da er unerfahren,
nur Filme, welche wertvoll waren.
Infolgedessen hatte er
den Kinosaal fast immer leer.
Da riss das Steuer er herum
und zeigte Filme, welche dumm
und pornographisch, kriminell
und läppisch waren. Ziemlich schnell
kam nun zu Reichtum Markus Batt,
der endlich doch begriffen hat,
dass Bildungsdrang und volle Kassen
sich einfach nicht verbinden lassen.
von Guido Schmezer
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