Gedichte
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19 Jan 2026 16:36 #56019
von Kaninchen
Ein Jüngling liebt ein Mädchen
Das Gedicht „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ stammt aus der Feder von Heinrich Heine.
Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen Andern erwählt;
Der Andre liebt eine Andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.
Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.
Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.
Das Gedicht „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ stammt aus der Feder von Heinrich Heine.
Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen Andern erwählt;
Der Andre liebt eine Andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.
Das Mädchen heiratet aus Ärger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.
Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.
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22 Jan 2026 18:14 #56081
von Kaninchen
Rose und Nachtigall
Zur Rose sprach die Nachtigall:
"Ich liebe dich allein,
Und meiner Lieder süßen Schall
Will ich dir Holde weih'n."
Die Rose sprach: "mir lacht die Au,
Mir strahlt der Sonne Licht,
Mit Perlen schmückt mich Morgentau,
Für Einen blüh' ich nicht."
Und Boulboul haucht ein leises Ach!
Der Schmerz die Brust durchzieht.
Die Rose schaut ihr spottend nach,
Da sie von hinnen flieht.
Die Nacht mit tausend Augen kam,
Sie ruht' auf kühlem Moos;
Sie barg des kleinen Sängers Gram
In ihrem dunkeln Schoß.
Die Nacht entweicht, der Morgen tagt,
Da nah't der Rose Hort!
Die Rose blüht in eitler Pracht,
Und scheucht den Sänger fort.
Bald tönt sein Lied durch Wald und Tal,
Daß Hain und Flur erglüht.
Die Rose steht im Morgenstrahl,
Vergessen und verblüht.
Maria von Plessen (1783 - 1851)
Rose und Nachtigall
Zur Rose sprach die Nachtigall:
"Ich liebe dich allein,
Und meiner Lieder süßen Schall
Will ich dir Holde weih'n."
Die Rose sprach: "mir lacht die Au,
Mir strahlt der Sonne Licht,
Mit Perlen schmückt mich Morgentau,
Für Einen blüh' ich nicht."
Und Boulboul haucht ein leises Ach!
Der Schmerz die Brust durchzieht.
Die Rose schaut ihr spottend nach,
Da sie von hinnen flieht.
Die Nacht mit tausend Augen kam,
Sie ruht' auf kühlem Moos;
Sie barg des kleinen Sängers Gram
In ihrem dunkeln Schoß.
Die Nacht entweicht, der Morgen tagt,
Da nah't der Rose Hort!
Die Rose blüht in eitler Pracht,
Und scheucht den Sänger fort.
Bald tönt sein Lied durch Wald und Tal,
Daß Hain und Flur erglüht.
Die Rose steht im Morgenstrahl,
Vergessen und verblüht.
Maria von Plessen (1783 - 1851)
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24 Jan 2026 15:22 #56128
von Kaninchen
Nur ein Hund
Das Gedicht „Nur ein Hund“ stammt aus der Feder von Richard Dehmel.
Ja, Dir wird's schwer, mich zu verlassen!
dein Auge bricht, als ob du weinst,
und warst doch bloß ein Kind der Gassen!
Ja, damals ahnt' ich nicht, dass einst
als letzter Freund ein Hund mir bliebe:
da sucht' ich noch bei Menschen Liebe.
Mein Hund, in deine treuen Augen
hab' manche Frage ich versenkt,
für die nicht Menschenblicke taugen,
wo man ein Tier braucht, das nicht denkt,
die Ohnmacht auch in ihm zu sehen,
mit der wir selbst durchs Leben gehen.
Du hast mir nie ein Leid bereitet:
Das kann kein Mensch, der liebste nicht!
Nun liegt dein Leib vom Tod gebreitet,
verlöscht dein tröstend Augenlicht …
Was will mir denn wie Glück noch scheinen?
mein Hund, mein Freund: ich kann noch weinen!
Nur ein Hund
Das Gedicht „Nur ein Hund“ stammt aus der Feder von Richard Dehmel.
Ja, Dir wird's schwer, mich zu verlassen!
dein Auge bricht, als ob du weinst,
und warst doch bloß ein Kind der Gassen!
Ja, damals ahnt' ich nicht, dass einst
als letzter Freund ein Hund mir bliebe:
da sucht' ich noch bei Menschen Liebe.
Mein Hund, in deine treuen Augen
hab' manche Frage ich versenkt,
für die nicht Menschenblicke taugen,
wo man ein Tier braucht, das nicht denkt,
die Ohnmacht auch in ihm zu sehen,
mit der wir selbst durchs Leben gehen.
Du hast mir nie ein Leid bereitet:
Das kann kein Mensch, der liebste nicht!
Nun liegt dein Leib vom Tod gebreitet,
verlöscht dein tröstend Augenlicht …
Was will mir denn wie Glück noch scheinen?
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25 Jan 2026 15:13 #56151
von Kaninchen
Der Kuss
Das Gedicht „Der Kuss“ stammt aus der Feder von Gerrit Engelke.
Der Menschheit größter Hochgenuß
ist ohne Zweifel wohl der Kuß.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich
und er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, daß man küßt,
so muß man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
man pflegt dann mit geschloß'nen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küßt die Wange und die Hände
und auch noch and're Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küßt, das ist verschieden
Im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiß, der and're kühl.
Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and're länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuß ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.
Der Kuss
Das Gedicht „Der Kuss“ stammt aus der Feder von Gerrit Engelke.
Der Menschheit größter Hochgenuß
ist ohne Zweifel wohl der Kuß.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich
und er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, daß man küßt,
so muß man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer.
man pflegt dann mit geschloß'nen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küßt die Wange und die Hände
und auch noch and're Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küßt, das ist verschieden
Im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiß, der and're kühl.
Der eine haucht, der and're schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and're länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuß ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.
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27 Jan 2026 16:51 #56187
von Kaninchen
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28 Jan 2026 10:58 #56194
von Kaninchen
Die Uhr zeigt heute keine Zeit
Max Dauthendey.
Die Uhr zeigt heute keine Zeit.
Ich bin so glücklich von deinen Küssen,
Dass alle Dinge es spüren müssen.
Mein Herz in wogender Brust mir liegt,
Wie sich ein Kahn im Schilfe wiegt.
Und fällt auch Regen heut ohne Ende,
Es regnet Blumen in meine Hände.
Die Stund', die so durchs Zimmer geht,
Auf keiner Uhr als Ziffer steht;
Die Uhr zeigt heute keine Zeit,
Sie deutet hinaus in die Ewigkeit.
Die Uhr zeigt heute keine Zeit
Max Dauthendey.
Die Uhr zeigt heute keine Zeit.
Ich bin so glücklich von deinen Küssen,
Dass alle Dinge es spüren müssen.
Mein Herz in wogender Brust mir liegt,
Wie sich ein Kahn im Schilfe wiegt.
Und fällt auch Regen heut ohne Ende,
Es regnet Blumen in meine Hände.
Die Stund', die so durchs Zimmer geht,
Auf keiner Uhr als Ziffer steht;
Die Uhr zeigt heute keine Zeit,
Sie deutet hinaus in die Ewigkeit.
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